schnelle flüchtige fragen drücken antworten an die wand, forderen meinen kopf, soll er laufen. im rückspiegel sehe ich einen Spalt, kann auf die Welt schauen, laufe seitwärts auf sie zu.

auf häuser und schluchten. auf altbauten, mal renoviert, mal nicht. auf autos in den Schluchten. und auch wieder nicht. auf skater, fußgänger, rauchende und nichtrauchende, fahrradfahrer, auf kinder, im buggy oder an der hand, in der gruppe, mit und ohne schulranzen, lachend und weinend. oft gleichzeitig.

auf menschen, die auf dem gehweg stehen, weiter- und vorübergehen, die kaffee trinken im to go oder im to stay, im café telefonieren, sitzen, telefonieren, reden, telefonieren, lesen, telefonieren und bezahlen. menschen unbeständiger natur.

mein Auge flackert. häuser, schluchten, menschen gleiten mir davon. es wird finster und ich schwenke meinen kopf nach unten in die schlucht, vorbei an den fassaden. öffne langsam meine augen, rase runter, gehe wieder in den fluss. dem menschenfluss, gestaut, gebannt, gedämmt durch häuser, geformt von sozialer zuordnung, in kreischender enge.

hinter den fassaden spielt der mensch, sein lied. dort wird er, der mensch. dort, wenn er fernsieht, liegt, knabbert, trinkt, schlemmt, würgt, sich betäubt, duscht, eincremt, sich im Bett wälzt, kämmt und den Spiegel meidet, raucht, schreit, pöbelt, labert, bügelt, Zähne putzt (2xtäglich), die kaffeemaschine anschmeißt, die mikrowelle bedient, trübsal bläst, zur ruhe kommt, sich freut, lacht, scherzt, sich im arm liegt und vom sofa aus lebt.

schnelle flüchtige antworten zerstäuben gewichtige fragen, fordern meinen kopf, soll er bleiben. sing auch ich das lied, hinter den fassaden, werd' auch ich.